Wochenende · 25. Juli 2026
Drei Arten Sommer: Leinen, Plissee, weites Bein
die Redaktion von stil · 2 Min. Lesezeit

Dieses Foto enthält den ganzen Code des Sommers: weißes Leinen, warmer Stein, Palmenschatten und Brot, frisch vom Bäcker. Das Outfit selbst besteht aus zwei Teilen, einem fließenden Oberteil und einer weiten Leinenhose, und trotzdem fehlt nichts. Genau das ist die Aufgabe der Sommerkleidung: mit wenigen Teilen kühl zu bleiben und diese Wenigkeit wie Eleganz aussehen zu lassen.
Die drei Zustände unten zeigen, wie unterschiedlich sich derselbe Sommer tragen lässt: Leinen für den Morgen in der Kleinstadt, Plissee für einen sonnigen Nachmittag, die Khaki-Weiß-Balance für einen Sommertag in der Stadt.
Leinen und das Recht auf Knitterfalten
Die Knitterfalten der Leinenhose auf dem Titelbild sind kein Makel, sondern die Identität des Stoffs. Leinen gehört zu den seltenen Stoffen, die schöner werden, sobald sie aussehen, als hätte man in ihnen gelebt; glattgebügeltes Leinen erinnert an gestärkte Hemdkragen. Das widerspricht seiner Natur. Beim Anziehen mit Leinen gilt darum nur eine Regel: in Ruhe lassen. Weiter Schnitt, natürliche Farben und ein Tagesplan, dem Knitterfalten egal sind. Das Kopftuch und der feine Goldschmuck sind die zwei kleinen Handgriffe, die den Look vom Strand auf den Dorfplatz tragen.
Plissee, das die Sonne filtert

Der ganze Auftritt dieses Kleides besteht darin, dass die Sonne von hinten durch die Plisseefalten sickert. Plissee gibt dem Stoff eine Oberfläche, die Schatten und Licht gleichzeitig trägt: Wo ein glattes weißes Kleid eine einzige Fläche bliebe, zerlegt das Plissee das Weiß in hundert Töne. Die Falten, die sich beim Gehen öffnen und schließen, bringen zusätzlich Bewegung ins Bild. Das ist der Weg, im Sommer Weiß zu tragen, der am wenigsten riskiert und am meisten zurückgibt: nicht glatt, sondern texturiert.
Schwarz-weißer Sommer

Der sportliche Verwandte des Plissees: der weiße Tennisrock. Dieser Look nutzt den ältesten Farbvertrag des Sommers: Weiß kühlt, Schwarz räumt auf. Der dünne Strick über den Schultern ist praktisch (die Kühle am Abend) und zugleich eine visuelle Entscheidung: Er legt das Schwarz wie ein Accessoire über das Weiß. Auch die honigfarbene Holztür zählt als dritte Farbe des Looks; vor einem warmen Grund liest sich das Schwarz-Weiß-Duo immer eine Spur weicher.
Sommer in der Stadt: Khaki und Weiß

Der Sommer spielt nicht immer am Meer. Dieser Look ist die Antwort auf einen Sommertag mit Büro und Straße: ein leichtes khakifarbenes Hemd, eine weit geschnittene weiße Hose, flache Sandalen. Das weite Bein leistet im Sommer dasselbe wie Leinen: Es hält den Stoff von der Haut fern und lässt die Luft zirkulieren. Und die Balance zwischen Khaki und Weiß ist die Sommerausgabe des Prinzips „neutraler Grund“ aus unserem Farbguide: zwei ruhige Farben, eine luftige Silhouette.
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Foto: Ola Szkolda / Unsplash · Eko Agalarov / Pexels · Margo Evardson / Pexels · Li Chunyu / Pexels



